Am 23. Februar 1945 wurde die Stadt Pforzheim Opfer eines der schwersten Bombardements des zweiten Weltkriegs.  -> hier

Diese Hompage wurde zum 60. Jahrestag zusammengestellt und soll alle daran erinnern, dass der Krieg kein Mittel für die politische Auseinandersetzung sein kann und darf.

"Feuersturm bezeichnet ein physikalisches Phänomen. Es entsteht, wenn sich mehrere Brandherde vereinigen. Dann wird die glühend heiße Luft wie in einem Kamin durch den Auftrieb kilometerweit nach oben gesaugt. Am Boden entsteht zugleich ein enormer Unterdruck, der mit unglaublicher Gewalt die Luft aus der gesamten Umgebung in den Brandherd saugt und diesem so neuen Sauerstoff zuführt und ständig neu anfacht."

Der Autor bedankt sich bei der Pforzheimer Zeitung für die freundliche Genehmigung, Bilder und Artikel aus ihrer Berichterstattung zu zeigen. Die meisten Berichte stammen von Herrn Frei -> hier 

 

...schon 1942 waren die deutschen Städte den Bombenangriffen der "fliegenden Festungen" und "Lancaster"-Bomber mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. 

Hermann Göring, der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, konnte sein Versprechen offenkundig nicht halten, kein feindlicher Bomber würde das Reichsgebiet erreichen. Allein Köln musste zwischen 1940 und 1942 104 Bomberwellen über sich ergehen lassen. Aber erst der "1000-Bomber-Angriff" in der Nacht zum 31. Mai 1942 verdeutlichte, wie wenig die Luftwaffe den massiven Attacken entgegenzusetzen hatte. Der mit 1500 Tonnen Bomben bis dato größte Luftangriff der Kriegsgeschichte verwandelte die Domstadt in eine Trümmerwüste und bedeutete für Köln quasi die Vernichtung. 

Die Luftwaffe selbst leugnete das Desaster. Sie protzte mit einem "großen Sieg" und erwog sogar, eine optimistische Sondermeldung zu senden. "Mit dem bisher festgestellten Abschuss von 37 feindlichen Bombenflugzeugen", sollte es heißen, "wurde etwa die Hälfte der in das Reichsgebiet eingeflogenen feindlichen Flugzeuge vernichtet".

Hitlers Vertrauen in seinen Luftwaffenchef Göring trübte sich. Gespräche unter vier Augen wurden seltener, wichtige Besprechungen fanden schon seit längerem ohne den Reichsmarschall statt. Vor allem der aufgeblähte Apparat des Luftfahrtministeriums war Hitler ein Ärgernis. Neben zahllosen Stäben gehörten 104 Personen zu Görings Privatbüro, zwei Millionen Mann dienten in der Luftwaffe. 

Hitlers Zorn schwoll weiter an, als die britische Luftwaffe im März 1943 das Ruhrgebiet mit einem Bombenteppich überzog und in Hamburg bei fünf Großangriffen binnen acht Tagen, vom 24. bis zum 30. Juni 1943, mit Tausenden von Brandbomben einen Feuersturm entfachte, der die Temperaturen derart in die Höhe trieb, dass der Straßenasphalt lichterloh brannte. Hamburg ereilte die Katastrophe, die Hitler eigentlich London zugedacht hatte. 

Die Royal Air Force hatte die deutsche Radarüberwachung mit Stanniolfolie lahmgelegt. Damit war die gesamte Nachtjagd blind, das Reich nachts schutzlos den feindlichen Bombern ausgeliefert. Die Luftwaffe war weder imstande, die britisch-amerikanischen Angriffe abzuwehren, noch gelang es ihr, wirksame Gegenoffensiven einzuleiten. Fast pausenlos flogen die nächtlichen britischen Verbände immer exaktere strategische Angriffe. Mannheim, Nürnberg, Darmstadt, Heilbronn wurden die nächsten Opfer.

Gegen Ende des Krieges galt die Mehrzahl der Bombenangriffe auf deutsche Städte dem Terror der Zivilbevölkerung, die quasi verteidigungslos die Angriffe ertragen musste. Die Leidtragenden waren in erster Linie Frauen und Kinder. Am 23. Februar 1945 erreichte der Bombenterror die Stadt Pforzheim. Zurück blieb eine zerstörte Stadt mit Tausenden von Toten.


"Bombenkinder" 

Sinnlose Zerstörung und Opfer hüben wie drüben: "Bis Juni 1941 wurden allein in Großbritannien über 40.000 Menschen durch deutsche Bombenabwürfe getötet. Als die Wehrmacht im Spätsommer 1942 zum Angriff auf Stalingrad ansetzte, forderten die Bombardierungen der Luftwaffe über 10.000 Tote unter der Bevölkerung dieser Stadt. Report aus Stalingrad -> hier  Noch in den letzten Kriegsmonaten starben Tausende Menschen in Großbritannien und Belgien im Feuer deutscher Vergeltungswaffen. Die Flugbombe V 1 und die Fernrakete V 2 (Doodlebugs -> hier in der britischen Bevölkerung genannt) waren gefürchtet, weil ihre Einschläge nicht vorauszusehen waren. Augenzeugen berichteten, wir haben sie gehört und gesehen, wir haben den Kopf eingezogen, denn wir konnten die Stelle des Einschlages nicht vorherbestimmen."

 
Wesel 1945, ein Bild sagt mehr als Tausend Worte...

 

 Friedenskrippe 2006 -> hier