Zusammengetragene Texte zum historischen
Hintergrund des Wahnsinns Bombardierungen. Die chronologische Ordnung
läuft von unten (ältestes Datum) nach oben (jüngstes Datum).
Juli 2006 - Wieder gegen die Zivilbevölkerung
Das Handeln beider Seiten ist nicht nachzuvollziehen. In ihrer
Menschenverachtung stehen sich die Kriegsparteien in nichts nach. Hüben
wie drüben wird getötet, verstümmelt und zerstört. Die
"zivilisierte" Welt schaut zu und steuert Waffen bei?
Aktuell: Juli/August 2006, der Wahnsinn nimmt kein Ende.

Ins
Stammbuch der Kriegstreiber, hüben
wie drüben:
"Keine Nation der Welt kann aus ihrer Geschichte und ihrer Religion
das Recht ableiten, andere Nationen anzugreifen, deren Bürger
und Staatsgebiete in schlimmster Art und Weise zu schaden."
->
hier
Kann es denn überhaupt einen gerechten Krieg geben?
Zwei Standpunkte von zwei Männern, die aufgrund ihres persönlichen
Hintergrunds einen Standpunkt haben dürfen.
->
hier
Der
völkerrechtliche Standpunkt aus der Sicht der Wissenschaft: ->
1
2
November 2005 - Es geht weiter - Phosphorbomben im Irak - Die
Schrecken des 2. Weltkriegs kommen zurück

Haben
die Militärs keine Berichte gelesen über die schlimmen Auswirkungen,
die mit dem Abwurf von Phosphorbomben verbunden sind? Ist es die
Gleichgültigkeit derer, die Menschen einer anderen Religion, Hautfarbe
und Staatsangehörigkeit geringer einschätzen? Diese Fragen stellen
sich!
August 2005 - Was wird die Zukunft bringen - hat die Politik nichts gelernt?
NATO-Luftschläge gegen Jugoslawien - 24. März 1999
Nein, das konnten die "Alten", die den Terror der
Bombardierungen am eigenen Leibe erfahren hatten, nicht begreifen.
Deutschland beteiligte sich erstmals nach dem zweiten Weltkrieg wieder
an Luftangriffen. Eine 82-jährige, die Bombenangriffe von 1942 bis 1945
erlebt hatte, meinte dazu: "Ich habe der SPD als Friedenspartei
immer vertraut. Mein Vater war sogar Mitglied der Partei. Die hatten doch einmal einen
Kurt Schumacher, Willy Brandt und Helmut Schmidt. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Bundeskanzler dieser Partei
Bombenangriffe mitmacht..."

Nato, tue mir einen Gefallen, tue mir nicht mehr irgendwelche Gefallen!
Milosevic hatte den Bogen überspannt: Gezielte Luftschläge sollen den Despoten in der Kosovo-Frage zur Räson bringen. Nun brennen serbische Kasernen und Fabriken, während die Albaner zu Hunderttausenden Opfer von Flucht und Vertreibung werden.
Nachdem die Verhandlungen in Rambouillet zur friedlichen Beilegung des Kosovo-Konflikts endgültig fehlgeschlagen waren, flog die NATO am 24. März erste Luftangriffe gegen Serbien und die Nachbarrepublik Montenegro. Die Luftschläge richteten sich primär gegen die militärische Infrastruktur des Landes, doch bald gerieten auch zivile Objekte wie Brücken, Heizkraftwerke und Fabriken ins Visier der NATO-Piloten. Russland protestierte scharf gegen das Vorgehen der Allianz, die ohne ein Mandat des UN-Sicherheitsrates in den Krieg gezogen war. Boris Jelzin kündigte die Zusammenarbeit mit dem Bündnis auf und schloss eigene Militäraktionen nicht aus.
Die deutsche Regierung verteidigte dagegen die Luftschläge als unumgänglich.
(Sozialdemokraten und Grüne in den Personen von Schröder, Scharping und
Fischer...)
Die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Krieges erfüllte sich nicht. Statt dessen verschärften die serbischen Einheiten ihren Terror gegen die Zivilbevölkerung. Gezielt wurden die Albaner im Kosovo nun enteignet und vertrieben, während die Bevölkerung der Hauptstadt Belgrad Nacht für Nacht in die Luftschutzkeller strömte.

Nach einem "versehentlichen" Luftangriff der Nato gegen einen
Zivilisten-Konvoi
Luftkrieg der USA gegen Nordvietnam - 2. März 1965
US-amerikanische und südvietnamesische Flugzeuge bombardieren Vietkong-Stützpunkte in Nordvietnam. Über dem Marinestützpunkt Quang Khe werden 60 bis 70 Tonnen Bomben abgeworfen, über dem Nachschublager Xom Bang insgesamt 120 Tonnen Bomben.
Nach US-Berichten wurden 60 bis 70 Prozent der Anlagen zerstört. Die Nordvietnamesen hatten die Angriffe nur mit schwachem Abwehrfeuer erwidert. Drei Maschinen - Hanoi sprach von neun - waren angeblich verlorengegangen, die Piloten konnten aber gerettet werden.
Nach diesen Einsätzen riss die Attackenserie der US-Luftwaffe nicht mehr ab. Im Abstand von wenigen Tagen wurden Vietkong-Stellungen in Süd- oder Nordvietnam bombardiert. Mitte März 1965 drang die US-Luftwaffe 290 Kilometer in den nordvietnamesischen Luftraum ein und bombardierte ein Waffenlager bei Phu Qui, das etwa 160 Kilometer vor Nordvietnams Hauptstadt Hanoi lag. Ziel der Angriffe war es, den Vietkong seiner Nachschublinien zu berauben und so zur Aufgabe zu zwingen. Die US-Botschaft in Saigon erklärte am 15. März 1965, dass die Bombardierungen eine direkte Antwort auf die durch Nordvietnam unterstützten Aggressionsakte des Vietkong darstellten. Im Februar 1965 waren 82 Brücken in Südvietnam zerstört, 41 Orts- und Provinzbeamte waren getötet oder entführt worden.
Hiroshima und Nagasaki - 6. August 1945 Auf der Konferenz von Potsdam forderten die USA, Großbritannien und die Sowjetunion am 26. Juli 1945
Japan ultimativ auf, die Waffen niederzulegen. Die Japaner lehnten allerdings ab, da die Siegermächte den Fortbestand der Monarchie nicht garantieren wollten. Der neue amerikanische Präsident Harry S. Truman entschloss sich daraufhin, die Atombombe, die im Juli getestet worden war, einzusetzen. Offiziell begründete er den Einsatz als Druckmittel, um die Japaner zum Einlenken zu zwingen. Am 6. August wurde die erste amerikanische Atombombe auf Hiroshima abgeworfen, am 9. August folgte ein zweiter Abwurf auf die Stadt Nagasaki. Die Amerikaner hatten ihr Ziel erreicht: bereits am 10. August schickte der japanische Kaiser Hirohito ein Kapitulationsangebot an die Alliierten, aber die Verwüstungen waren verheerend. Über 130.000 Einwohner der beiden Städte wurden sofort getötet, weitere 100.000 schwer verletzt. Die Anzahl der Langzeitopfer durch Strahlenschäden ist nicht zu schätzen und steigt noch heute. Die erste auf Japan abgeworfene Atombombe hatte Hiroshima in eine Staubwolke "aufgelöst". Ein Beobachter sagte: "Nur weil wir sie einen Augenblick vorher gesehen haben, können wir sagen, dass es eine Stadt war." Eine einzige Bombe hatte über sechs Quadratkilometer oder 60 Prozent der Stadt sowie weite Teile des Umlandes zerstört. Die Aufkläreraufnahmen zeigten fünf bedeutende industrielle Ziele ausgelöscht. US-Airforce-Oberst Paul Tibbets aus Miami, Führer der B-29 "Enola Gay", der die Bombe abwarf,
sagte: 
Grafik "Wir wählten Hiroshima als Ziel, als wir das Land sichteten. Es gab keinen Widerstand, die Bedingungen waren klar, und um 9.15 Uhr vormittags warfen wir die Bombe auf Sicht. Wir wussten bereits, dass wir uns so schnell wie möglich aus dem Staub machen mussten, und drehten in weniger als 30 Sekunden scharf ab, um dem Ziel die Breitseite zuzukehren. Dann – es war schwer zu glauben, was wir sahen. Unter uns war eine reißend anschwellende, schreckliche schwarze Wolke. Nichts war zu erblicken, wo Sekunden zuvor die Umrisse einer Stadt mit ihren Straßen und Gebäuden und Hafenpiers deutlich sich abhoben." Captain William S. Parsons von der US-Navy, kannte die Wirkung von Atombomben bereits durch den Test in New
Mexiko: "Ich wusste, was den Japanern bevorstand, aber ich empfand keine besondere Erregung darüber." Andere Besatzungsmitglieder der "Enola Gay" schilderte er als "verblüfft und sprachlos" nach der Explosion. "Sie sagten 'Mein Gott!' und konnten nicht fassen, was geschehen war. Wir machten eine scharfe Wendung vom Ziel ab, um eine größtmögliche Distanz zwischen uns und die Explosion zu legen. Es war etwas über eine Minute nach dem Abwurf der Bombe, als wir die Wirkung spürten. Wir waren mindestens 15 Kilometer entfernt. Wir wurden geblendet, obwohl wir farbige Schutzgläser trugen. Was Hiroshima gewesen, ging in einem Pilz auf, dessen Stiel von oben nach unten wuchs. An der Spitze war weißer Rauch, aber bis zu 300 Meter über dem Boden wirbelte Staub. Schon zuckten am Rande der Stadt kleine Brände auf, aber die Stadt selbst war völlig verborgen. Wir warteten ein paar Minuten, und zu der Zeit war der Rauch auf 13.000 Meter hochgestiegen. Die Spitze der weißen Wolke löste sich auf, und schon bildete sich eine
neue.
"Hitler erlässt "Nerobefehl" - Februar 1945
Die endgültige Niederlage bereits vor Augen, kommt Hitler auch jetzt kein Gedanke an Kapitulation. In seinen Augen hat das deutsche Volk vor der Geschichte versagt, weshalb er es nun dem Untergang weiht. Ausdrücklich befiehlt er die Zerstörung sämtlicher Industrie- und Versorgungsanlagen im Reichsgebiet: Nichts von Wert soll den Alliierten in die Hände fallen.
Nachdem Hitler bereits im Februar mit massiven Gesetzesverschärfungen versucht hatte, den Verteidigungswillen der Deutschen zu stärken, unternahm er nun den verzweifelten Versuch, mit einer Strategie der "verbrannten Erde" den Vormarsch von Russen, Briten und Amerikanern aufzuhalten oder wenigstens zu behindern.
Der Nerobefehl spaltete die Wehrmachtsführung endgültig. Die Zurechnungsfähigkeit des Führers wurde von immer mehr Offizieren nun auch öffentlich angezweifelt, viele weigerten sich, den Befehl an die Truppen weiterzugeben. Selbst Reichsminister Albert Speer, ein treuer Parteigänger Hitlers, forderte zur Missachtung der Führerweisung auf. Andere hohe Nazifunktionäre waren dagegen entschlossen, ihrem Eid auf Hitler bis zum bitteren Ende treu zu bleiben. Noch am 3. April erließ Himmler einen letzten Befehl, um das Volk zum Durchhalten zu zwingen: Jedem, Soldat oder Zivilist, der sein Haus vor herannahenden Feindtruppen durch Hissen der Weißen Fahne zu retten versuchen sollte, wurde mit Hinrichtung gedroht.
Dresden aus der Luft zerstört - 13. Februar 1945
Dresden war bislang von Bombenangriffen verschont geblieben. Im Februar 1945 ist die Stadt übervölkert von Flüchtlingen aus den Ostteilen des zusammenbrechenden Reiches. In dieser Situation befiehlt Arthur Harris, Chef der Royal Air Force, einen Angriff auf die Stadt.

Leichen über Leichen in Dresden
Es wurde einer der schwersten Angriffe des gesamten Krieges, die Stadt wurde nahezu vollständig zerstört. In zwei Angriffswellen warfen 800 "Lancaster"-Bomber etwa 2.700 Tonnen Bomben ab. Die Stadt besaß keine nennenswerte Industrie, sie war weder unmittelbares Kampfgebiet noch wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die einzige militärische Anlage, der Flugplatz Klotzsche mit Kasernen und Lagern, blieb unzerstört. Das historische "Elbflorenz" wurde dagegen von den Bomben dem Erdboden gleichgemacht. 
Die britischen Bomber warfen erst große Mengen Sprengbomben ab, um Fenster und Dächer der Häuser zu zerstören, anschließend wurden Brandbomben abgeworfen, deren Feuer sich durch die entstehende Zugluft in kürzester Zeit ausbreitete. Nur wenige Stunden nach dem britischen Angriff luden mehr als 500 amerikanische Bomber knapp 800 Tonnen Bomben über der Stadt ab. Am nächsten Tag wurde die bereits völlig zerstörte Elbmetropole erneut von US-Bombern angegriffen.
Die Zahl der Opfer blieb unklar. Schätzungen schwanken zwischen 25.000 und 245.000 Toten. In der 650.000 Einwohner zählenden Stadt hatten sich etwa 500.000 Flüchtlinge aus Schlesien angesammelt, die nirgendwo registriert waren.
Erster Abschuss von V2-Raketen - 8. September 1944
Drei Monate nach dem ersten Einsatz der V1 schlägt in London eine V2-Rakete ein. Diese "Vergeltungswaffe" ist der Vorläufer einer Interkontinentalrakete.
Etwa fünf Minuten nach ihrem Abschuss bei den Haag ging die Rakete im Londoner Stadtteil Chiswick, nieder. Die Schäden die die in Peenemünde entwickelte neue "Wunderwaffe" anrichtete, blieben allerdings gering. Im weiteren Verlauf des Krieges beschossen die V1- und V2-Flugkörper hauptsächlich Ziele im Süden Englands.
Doch die neue V-Waffe, deren Reichweite bis auf 370 Kilometer vergrößert wurde, erwies sich als zu ungenau für den Einsatz gegen begrenzte Ziele. Auch psychologisch führte ihr Einsatz nicht – wie Hitler gehofft hatte – zur Zermürbung der britischen Bevölkerung, sondern eher zu einer Verschärfung des Widerstandes gegen Deutschland.
Bis zum 8. November, als Goebbels erstmals die V2-Rakete erwähnte, wurde die neue "Wunderwaffe" von beiden Seiten nicht kommentiert. Erst danach sprach Churchill von "mysteriösen" Explosionen, die sich in den vergangenen Wochen ereignet hätten.
Amerikaner bombardieren Auschwitz - 20. August 1944
Am 20. August 1944 bombardierten 127 Flugzeuge Fabrikgebäude auf dem Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.
Wie die Leunawerke in Merseburg, die wenige Wochen zuvor bombardiert worden waren, diente auch der Industriekomplex in Auschwitz der Herstellung synthetischen Treibstoffs. Seit Beginn der "Combined Bomber Offensive" im Frühjahr 1943 waren Industrie- und Rüstungsbetriebe
ein bevorzugtes Ziel alliierter Bombenangriffe.
Der Angriff auf das Konzentrationslager ließ heftige Kritik aus jüdischen Kreisen laut werden. Man warf den Amerikanern vor, dass sie – trotz der mittlerweile nahezu perfekten Treffsicherheit ihrer Bomber – nicht die wenige Kilometer entfernt gelegenen Gaskammern und Krematorien des KZs beschossen hatten. Auf diese Weise wäre Tausenden Juden der schreckliche Tod in dem Vernichtungslager erspart geblieben. Schon seit längerem forderten Vertreter der Juden die Bombardierung der Vernichtungsanlagen in deutschen Konzentrationslagern.
Da der Völkermord in den KZs bis dahin nicht bewiesen wurde und – wahrscheinlich wegen der Unvorstellbarkeit der hier begangenen Verbrechen von den Alliierten tragischerweise lange Zeit als Gerücht abgetan wurde – lehnten die Amerikaner die Bombardierung stets ab und verwiesen auf die Absprache mit den britischen Bündnispartner, nach der Industrie- und Rüstungsbetriebe vorrangige Ziele der Bombardements sein sollten. Gemäß der Weisung ihrer Regierungen setzten die Alliierten die Luftangriffe auf Ziele im Reich "bis zur bedingungslosen Kapitulation" weiter fort.
Berlin wird durch Luftangriffe zerstört - Februar 1944
Die deutsche Reichshauptstadt Berlin erlebte am 16. Februar 1944 ihren bislang schwersten Luftangriff: 806 Bomber der "Royal Air Force" warfen über 2.600 Tonnen Bomben über dem Stadtgebiet ab.
Tausende von Menschen kamen bei dem Bombardement ums Leben.
Nach diesem Angriff folgten etwa drei Wochen relativer Ruhe, die Bevölkerung Berlins erhielt eine letzte Atempause. Zwischen dem 6. und 9. März übernahmen dann die Amerikaner im Rahmen der in Casablanca verabredeten "Combined Bomber Offensive" für einige Tage mit insgesamt 1.600 eingesetzten Maschinen die Bombardierung der Reichshauptstadt und anderer Städte im Ostteil des Deutschen Reiches. Britische Flugzeuge erschienen erst am 25. März wieder zu einem vorerst letzten Angriff am Himmel über Berlin; die Alliierten begannen mit Blick auf die Landung in Frankreich mit der Umorganisierung ihrer Streitkräfte. Zu diesem Zeitpunkt war die Hauptstadt auf einer Fläche von fast 10 Quadratkilometer völlig zerstört, fast 6.200 Menschen waren ums Leben gekommen, 18.500 weitere schwer verletzt worden. Nach einer neuerlichen kurzen Pause nahmen die Amerikaner ihre Angriffe wieder auf: Am 30. April flogen sie ihren bislang schwersten Luftangriff bei Tage und warfen 2.200 Tonnen Bombenmaterial ab.
Bevorzugte Ziele der alliierten Bomber waren auch in Berlin Industrie- und Rüstungsbetriebe. Da diese jedoch häufig im Stadtgebiet lagen, wurden oftmals auch Wohngebiete beschossen. Am 27. Juli warfen etwa 1.000 amerikanische Bomber rund 50.000 Brandbomben auf die Leunawerke in Merseburg bei Halle, die wichtigste Anlage zur Herstellung künstlicher Brennstoffe im Reichsgebiet.
Berlin hatte bereits seit Januar 1943 regelmäßig unter britischen Bombenangriffen zu leiden gehabt, besonders heftig war eine Angriffswelle zwischen dem 18. November und dem 3. Dezember 1943, als über 2.700 Berliner bei fünf Großangriffen ihr Leben verloren und eine Viertelmillion Menschen obdachlos wurde.
Die schlimmsten Bombardements standen der Stadt allerdings noch bevor. Im Zuge der alliierten Endoffensive im Januar und Februar 1945 starben bei einem einzigen Luftangriff 22.000 Berliner, bis zum 20. April wurde die Stadt fast täglich stundenlang bombardiert. Dann geriet sie in Reichweite der heranrückenden sowjetischen Artillerie.
Evakuierung von Frauen und Kindern aus Berlin - August 1943
Nach den verheerenden Schäden der Luftbombardements auf Hamburg fühlte sich der Gauleiter von Berlin, Joseph Goebbels, zum Handeln veranlaßt: Frauen und Kinder wurden aufgerufen, Berlin schleunigst zu verlassen.
Wurde bisher das Ausmaß der Bombenschäden eher bagatellisiert, so stellte der Aufruf, der Anfang August 1943 als Wurfzettel in jede Berliner Wohnung flatterte, eine Wende dar. Allen Frauen, Kindern, Rentnern und allen, die nicht aus beruflichen Gründen in der Reichshauptstadt bleiben mußten, wurde nahegelegt, sich in weniger luftkriegsgefährdete Gebiete zu begeben. Schulkinder wurden daraufhin aufs Land verschickt. Bald halten sich über eine Million Menschen weniger in Berlin auf.
Als Ende August und verstärkt im November 1943 britische Bomber ihre ersten großflächigen Angriffe auf Berlin flogen, tat es der Propagandaminister dem britischen Premier Churchill nach und zeigte sich persönlich in den zerstörten Vierteln. Die Berliner empfingen Goebbels unerwartet freundlich: Frauen hätten ihn umarmt und "segnende Zeichen" für ihn gemacht. "Mit kleinen Zeichen des Entgegenkommens kann man dieses Volk um den Finger wickeln" vertraute er seinem Tagebuch an.
Royal Air Force bombardiert Talsperren - 17. Mai 1943
Am Morgen des 17. Mai 1943 überflogen 18 Lancaster-Bomber der "Royal Air Force" das östliche Ruhrgebiet und Westfalen und nahmen Kurs auf mehrere Talsperren. Mit eigens für diesen Zweck konzipierten Bomben zerstörten sie die Staudämme von Möhne- und Edertalsperre.
Die Mauer der Sorpetalsperre wurde beschädigt, hielt aber stand. Die Folgen waren verheerend. Im Möhnetal ergossen sich innerhalb weniger Sekunden etwa 100 Millionen Kubikmeter Wasser in die Flusstäler und rissen alles mit. Fast 1.300 Menschen kamen ums Leben, mehrere hundert Gebäude wurden zerstört. Britische Pläne zur Bombardierung der Wasserreservoirs existierten bereits vor Kriegsausbruch, doch erst nachdem der Chef der Air Force, Arthur Harris, im März mit der Strategie der "Desorganisierung" dazu übergegangen war, gezielt die Existenzgrundlagen der deutschen Industrie und Bevölkerung zu zerstören, war mit der konkreten Planung begonnen worden.
In der Zwischenzeit wurden die Bombardements auf deutsche Städte unvermindert fortgesetzt. Nachdem das Ruhrgebiet seit März fast jede Nacht unter britischen Bombardements zu leiden hatte, verlagerte sich der Schwerpunkt von Juni an auf westlich und südlich gelegene Städte.
Gemäß der in Casablanca getroffenen Absprachen zwischen den britischen und amerikanischen Regierungschefs Winston Churchill und Franklin Roosevelt begann am 11. Juni die sogenannte "Combined Bomber Offensive" mit dem verheerenden Angriff auf die Rheinmetropole Düsseldorf. Nächtliche Bombardements der Briten und tagsüber geflogene Angriffe der Amerikaner ließen die Bevölkerung nicht mehr zu Ruhe kommen. Während der nächsten Wochen wurden auch Bochum, Oberhausen, Krefeld, Mülheim, Wuppertal und Gelsenkirchen bombardiert. Im August wurden die Angriffe auf Süddeutschland ausgedehnt, auch auf Österreich fielen erstmals amerikanische Bomben.
Briten bombardieren das Ruhrgebiet - März 1943
Das Oberkommando der "Royal Air Force" wechselte im März 1943 seine Strategie im Bombenkrieg. Der "strategische Luftkrieg", die Bombardierung ziviler Ziele, sollte zurückgenommen werden. Harris setzte jetzt verstärkt auf die Zerstörung der lebenswichtigen Industrien Deutschlands, das Ruhrgebiet wurde zum bevorzugten Angriffsziel.
Die erste Offensive galt Essen. Die Bomber entluden 150.000 Stabbrandbomben über der Stadt, etwa 500 Menschen kamen ums Leben, dreimal so viele wurden verletzt. Die Sachschäden waren erheblich, mehr als 5.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt, fast 20.000 weitere in Mitleidenschaft gezogen.
Nacht für Nacht entluden die Bomber nun ihre tödliche Fracht über die eng benachbarten Städte entlang der Ruhr. Ende April und Anfang Mai erlebte Duisburg vier schwere nächtliche Angriffe, Dortmund wurde am 5. Mai massiv beschossen, während Mülheim und Oberhausen ihre schwersten Angriffe in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni erlitten. Auch hier verloren
Tausende von Menschen ihr Leben. Das britische Konzept zur "Desorganisierung" enthielt daneben die Bombardierung der Staudämme lebenswichtiger Talsperren, mit der im Mai begonnen wurde.
Combined Bomber Offensive - Januar 1943
Die "kombinierte Bomberoffensive" ("Combined Bomber
Offensive") war Teil der im Januar 1943 zwischen US-Präsident
Franklin Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill
in Casablanca verabredeten Strategie zur endgültigen Niederschlagung
Hitler-Deutschlands und seiner Verbündeter.
In den Vereinbarungen wurde die künftige Vorgehensweise aller
Armeeteile festgelegt. Neben der Intensivierung des Krieges im
Mittelmeerraum und dem vorrangigen Ziel der Zerschlagung der deutschen
U-Boot-Flotte wurde auch die verstärkte Fortführung der Luftangriffe
auf Deutschland beschlossen. Einen Tag nach dem Ende der
Casablanca-Konferenz wurde am 27. Januar 1943 amerikanischen Piloten in
ihrem Tagesbefehl erstmals Deutschland als Zielort genannt.
Kernpunkt der Strategie war der Wechsel zwischen nächtlichen
britischen Flächenbombardements und tagsüber geflogenen amerikanischen
Präzisionsangriffen auf deutsche Städte. Dabei setzten die Alliierten
auf die verheerende Wirkung der "Feuerstürme". Bevorzugte
Ziele der Bomber blieben Industrieanlagen und für die Versorgung der
Armee und Bevölkerung wichtige Einrichtungen. Das Bombardement
deutscher Talsperren im Mai 1943 war bereits vor Ausbruch des Krieges
als Mittel des "strategischen Krieges" von britischen Militärs
erwogen worden, nun sollte durch die Zerstörung der Wasserreservoirs
der Ruhrindustrie Deutschland in die Knie gezwungen werden. Die
eigentliche "Combined Bomber Offensive" begann in der Nacht
zum 31. Mai 1943 mit dem Luftangriff auf Düsseldorf, traurige Höhepunkte
der "Combined Bomber Offensive" bildeten der Angriff auf
Hamburg im August 1943 und die Zerstörung Dresdens im Februar 1945.
Die erklärten Ziele des Bombardements wurden jedoch nur in Ansätzen
erreicht. Die Moral der deutschen Bevölkerung, wiewohl vereinzelt
angesichts des Ausmaßes der Zerstörung Unmutsbekundungen gegen die
nationalsozialistische Führung zu hören waren, blieb im Großen und
Ganzen gut. Ebenso wenig gelang es nur sehr langsam, die Rüstungsindustrie
entscheidend zu treffen, von 1942 bis 1944 verdreifachte sich die
deutsche Waffenproduktion. Vor allem die amerikanischen Luftstreitkräfte
erlitten – da sie tagsüber flogen – zunächst hohe Verluste, die
erst mit dem Einsatz neuer Begleitjäger vom Typ P 51 (Mustang) aufhörten.
Beginn des alliierten Bombenkrieges - 30. Mai 1942
Die Briten verstärken ihre Luftangriffe auf Deutschland: Der Krieg gegen die britische Bevölkerung, den Hitler befahl, schlägt nun auf die Deutschen zurück. Mit dem ersten "1.000-Bomber-Angriff" der "Royal Air Force" auf Köln beginnt der strategische Luftkrieg.
Luftmarschall Arthur Harris hatte für kurze Zeit alle in England verfügbaren schweren Bomber zusammengefasst, die innerhalb von 90 Minuten nahezu 1.500 Tonnen Bomben, in der Mehrzahl Brandbomben, abwarfen. In der stundenlang wütenden Feuersbrunst fanden 474 Einwohner der Stadt den Tod. Auch Essen und Bremen wurden in den ersten Tagen bombardiert.
Britische Luftangriffe wurden von nun an regelmäßig geflogen. Mit immer stärkeren Kräften und bevorzugt nachts flog die RAF nach Deutschland ein und bombardierte wichtige Industriestädte; 1.000 Angriffe zählte man 1942, darunter 17 schwere. Diese Entwicklung setzte sich
im folgenden Jahr fort, als insgesamt 135.000 Tonnen Bomben auf Deutschland niedergingen. Rüstungszentren wie Duisburg, Düsseldorf oder Nürnberg wurden ebenso schwer getroffen wie Talsperren und die Raketenabschussbasen in Peenemünde.
"Unternehmen Seelöwe" beginnt - 13. August 1940
Trotz der Niederlage Frankreichs zeigt sich der neue britische Premier Winston Churchill nicht bereit, mit Hitler zu einer Einigung zu kommen. Daraufhin beginnt die deutsche Führung das "Unternehmen Seelöwe", die Invasion der Britischen Inseln.
Am sogenannten "Adlertag" begann die "Luftschlacht um England". Deutsche Flugzeuge griffen Ziele im Süden Englands an. In der Nacht vom 24. auf den 25. August warfen deutsche Bomber – wahrscheinlich versehentlich – Bomben über bewohntes Stadtgebiet ab. Die "Royal Air Force" antwortete auf den Terror gegen die Zivilbevölkerung am nächsten Tag und bombardierte mit 81 Maschinen die deutsche Hauptstadt: Der sogenannte "strategische Luftkrieg" hatte begonnen, das Ziel, die Demoralisierung der Zivilbevölkerung, erreichte keine der beiden Seiten.
Vier Wochen später erklärte Hitler die Vernichtung der englischen Städte zum vorrangigen Ziel des Luftkrieges. Seither griff die Luftwaffe Nacht für Nacht Wohngebiete in London an. Planmäßig wurden zivile Objekte bombardiert, die Bevölkerung flüchtete sich in U-Bahnschächte, Kinder wurden evakuiert. Doch die britische Flugabwehr hielt stand: "Noch nie hatten so viele so wenigen so vieles zu verdanken", urteilte Churchill über die Verdienste der "Royal Air Force". |