Eine Seite gegen das Vergessen und gegen alle Kriegstreiber

Folge 32 - Minis anklicken!

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Die Besatzungsmächte:

Im Osten wurde die DDR in "Angriff" genommen. Auch Industrieanlagen und andere Einrichtungen wurden demontiert und gen Russland gebracht. 

Der Westen hatte Glück und insbesondere die, die in der amerikanisch besetzten Zone ihr Domizil hatten. Die Amerikaner, die mit ihrer wirtschaftlichen Macht und durch die personelle Unterstützung dem Krieg die entscheidende Wendung gaben, gingen mit den Besiegten etwas großzügiger um. Umso härter schlugen nun die Nationen zurück, denen Deutschland im zweiten Weltkrieg durch Invasionen und Zerstörung Leid zugefügt hatte.

Im Raum Nordschwarzwald litt die Bevölkerung besonders. Die Nordafrikaner - französische Alliierte - erklärten auf ihre Art Deutschland zu ihrer rechtsfreien Zone. Brandschatzungen, Plünderungen und Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung... 

Aus einem Bericht über die Besetzung der Schwarzwaldregion durch Nordafrikaner der franz. Streitkräfte. (Anklicken zum Vergrößern.) 194505_besatzung_005.jpg (23858 Byte) 194505_besatzung_003.jpg (21630 Byte)
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20040408_angriff1945_001.jpg (315375 Byte) <- Auch in Ellmendingen herrschte Angst. Der Historiker Heinz Hower hat die Ereignisse neu zusammengetragen. Dass Chaos auf beiden Seiten herrschte zeigen die Schilderungen aus der Sicht der deutschen Bevölkerung und der französischen Streitkräfte.

Es gab aber auch Lichtblicke und Achtung voreinander. ->

Gefunden -> hier

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Doch Deutschland erholte sich Dank der Schaffenskraft seiner Bevölkerung recht flott. Es wurde ganz einfach gearbeitet und wieder aufgebaut. Auch ansonsten waren die Deutschen nicht so zurückhaltend, wie das die damaligen Militärregierungen gerne gesehen hätte.

Ausgerechnet aus der stark bombardierten Stadt Köln -> hier - die Moral sollte gebrochen werden - kamen mit Adenauer und Berbuer zwei ganz Mutige - jeder auf seine Art. 

Adenauer betrat  bei einem Treffen mit Vertretern der "Siegermächte" einen Teppich. Dieser Teppich war extra ausgelegt, um die Hierarchie zwischen den Verhandlungsteilnehmern zu unterstreichen. Adenauer setzte sich über das Protokoll hinweg und betrat demonstrativ den Teppich, der den Siegern vorbehalten sein sollte, um dem "besiegten" Adenauer zu verdeutlichen, wer Chef der Verhandlung war. Es folgte dem "mutigen" Adenauer eine Politikergeneration mit Samtpfötchen, deren Zugeständnisse Deutschlands Wirtschaftskraft noch heute belasten: 

 

Berbuer schrieb dagegen 1949 seinen Karnevalsschlager über die Eingeborenen von Trizonesien. Das entging der internationalen Presse nicht:       

"Die Deutschen werden wieder frech",

lautet im Frühjahr 1949 die Schlagzeile der altehrwürdigen britischen "Times". Nur vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der braunen Schreckensherrschaft witterte die Besatzungsmacht von der Insel aufkeimenden Revanchismus in Deutschland. Und es ist ein Kölner, der den Unmut der Briten erregt, ausgerechnet mit einem Karnevalshit: Texter, Komponist und Sänger Karl Berbuer und sein 

"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien".

Am Elften im Elften 1948 stellt der gelernte Bäcker, damals 48 Jahre alt und bereits bekannt durch jecke Hits wie "Heidewitzka, Herr Kapitän", das "Trizonesien-Lied" im Rundfunk vor. Den Titel hat er kurzfristig noch ändern müssen. Eigentlich hieß das Werk "Bizonesien-Lied. Doch kurz vor dem 11. November wird die britisch-amerikanische Bizone mit der französischen Zone zur Trizone vereinigt.

Bald schmettert man den Song in ganz Deutschland. Und beim ersten internationalen Radrennen in Köln erklingt bei einer Siegerehrung nach den Hymnen Belgiens und der Schweiz das "Trizonesien-Lied" - als deutsche Ersatz-Nationalhymne. Dass das Ausland zunächst irritiert ist, verwundert bei oberflächlicher Betrachtung des Songs keineswegs: 

"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien, Hei-di-tschimmela, tschimmela-bumm, Wir haben Mägdelein mit feurig-wildem Wesien... Wir sind zwar keine Menschenfresser, doch wir küssen umso besser... Mein Lieber Freund, Die alten Zeiten sind vorbei, ob man da lacht, ob man da weint, Die Welt geht weiter, eins, zwei, drei..."

Ziemlich selbstbewusst - jedoch, wer genau hinhört, entdeckt schnell, was Berbuer (der 1977 gestorben ist) wirklich will. Die Verballhornung des im Dritten Reich zur Religion erhobenen "Deutschen Wesens" zum "Wesien", das ist alles andere als Nazi-Ideologie. 

Mit Berbuers Menschenfressern, die umso besser küssen, hat sich sogar die Wissenschaft beschäftigt. In einer Untersuchung "Zur psychologischen Funktion des Karnevalsschlagers" steht darüber geschrieben: "Der in Selbstironie verpackte Wunsch, die nationale Isolation zu überwinden".

Und auch das Ausland versteht bald und lernt den Song lieben: Vor einem Fußballspiel in einem englischen Kriegsgefangenenlager zwischen Einheimischen und deutschen Gefangenen stimmt die Kapelle zunächst die englische Hymne "God save the King" an, dann das "Trizonesien"-Lied - und alle salutieren.

Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien

Mein lieber Freund, mein lieber Freund.
Die alten Zeiten sind vorbei.
Ob man da lacht, ob man da weint, die Welt geht weiter, eins, zwei, drei.
Ein kleines Häufchen Diplomaten
macht heut’ die große Politik.
Sie schaffen Zonen, ändern Staaten,
Und was ist hier mit uns im Augenblick?

Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,
Heidi tschmimmela tschimmela tschimmela tschimmela bumm.
Wir haben Mägdelein mit feurig-wilden Wesien.
Heidi tschmimmela tschimmela tschimmela tschimmela bumm.
Wir sind zwar keine Menschenfresser,
doch wir küssen um so besser.
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,
Heidi tschmimmela tschimmela tschimmela tschimmela bumm.

Kolumbus fand Amerika, ein neuer Erdteil ward entdeckt.
Was Marco Polo alles sah, wurd' dann von der Kultur beleckt.
Swen Hedin war am Himalaja, er schritt durch heißen Wüstensand.
Am Nordpol stand Amundsen’s Heija,
Doch uns hat keiner, je zuvor gekannt.

Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien...

Doch fremder Mann, damit du’s weißt,
Ein Trizonesier hat Humor.
Er hat Kultur, er hat auch Geist,
Darin macht keiner ihm was vor.
Selbst Goethe stammt aus Trizonesien,
Beethovens Wiege ist bekannt.
Nein, so was gibt’s nicht in Chinesien,
Darum sind wir auch stolz auf unser Land.

Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien...

 

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