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Die Besatzungsmächte:
Im Osten wurde die DDR in "Angriff" genommen. Auch
Industrieanlagen und andere Einrichtungen wurden demontiert und gen
Russland gebracht.
Der Westen hatte Glück und insbesondere die, die in der amerikanisch
besetzten Zone ihr Domizil hatten. Die Amerikaner, die mit ihrer
wirtschaftlichen Macht und durch die personelle Unterstützung dem Krieg
die entscheidende Wendung gaben, gingen mit den Besiegten etwas
großzügiger um. Umso härter schlugen nun die Nationen zurück,
denen Deutschland im zweiten Weltkrieg durch Invasionen und Zerstörung
Leid zugefügt hatte.
Im Raum
Nordschwarzwald litt die Bevölkerung besonders. Die
Nordafrikaner - französische Alliierte - erklärten auf ihre Art
Deutschland zu ihrer rechtsfreien Zone. Brandschatzungen, Plünderungen und
Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung...
Doch Deutschland erholte sich Dank der Schaffenskraft seiner
Bevölkerung recht flott. Es wurde ganz einfach gearbeitet und wieder
aufgebaut. Auch ansonsten waren die Deutschen nicht so zurückhaltend,
wie das die damaligen Militärregierungen gerne gesehen hätte.
Ausgerechnet aus der stark bombardierten Stadt Köln -> hier
- die Moral
sollte gebrochen werden - kamen mit Adenauer und Berbuer zwei ganz Mutige - jeder auf seine Art.
Adenauer betrat bei einem Treffen
mit Vertretern der "Siegermächte" einen Teppich. Dieser
Teppich war extra ausgelegt, um die Hierarchie zwischen den
Verhandlungsteilnehmern zu unterstreichen. Adenauer setzte sich über
das Protokoll hinweg und betrat demonstrativ den Teppich, der den
Siegern vorbehalten sein sollte, um dem "besiegten" Adenauer
zu verdeutlichen, wer Chef der Verhandlung war. Es folgte dem
"mutigen" Adenauer eine Politikergeneration mit Samtpfötchen,
deren Zugeständnisse Deutschlands Wirtschaftskraft noch heute belasten:

Berbuer schrieb dagegen 1949 seinen Karnevalsschlager über die Eingeborenen von
Trizonesien. Das entging der internationalen Presse
nicht:
"Die Deutschen werden wieder frech",
lautet im Frühjahr 1949 die Schlagzeile der altehrwürdigen
britischen "Times". Nur vier Jahre nach Ende des Zweiten
Weltkriegs und der braunen Schreckensherrschaft witterte die
Besatzungsmacht von der Insel aufkeimenden Revanchismus in Deutschland.
Und es ist ein Kölner, der den Unmut der Briten erregt, ausgerechnet
mit einem Karnevalshit: Texter, Komponist und Sänger Karl Berbuer und
sein
"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien".
Am Elften im Elften 1948 stellt der gelernte Bäcker, damals 48 Jahre
alt und bereits bekannt durch jecke Hits wie "Heidewitzka, Herr
Kapitän", das "Trizonesien-Lied" im Rundfunk vor. Den
Titel hat er kurzfristig noch ändern müssen. Eigentlich hieß das Werk
"Bizonesien-Lied. Doch kurz vor dem 11. November wird die
britisch-amerikanische Bizone mit der französischen Zone zur Trizone
vereinigt.
Bald schmettert man den Song in ganz Deutschland. Und beim ersten
internationalen Radrennen in Köln erklingt bei einer Siegerehrung nach
den Hymnen Belgiens und der Schweiz das "Trizonesien-Lied" -
als deutsche Ersatz-Nationalhymne. Dass das Ausland zunächst irritiert
ist, verwundert bei oberflächlicher Betrachtung des Songs
keineswegs:
"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien, Hei-di-tschimmela,
tschimmela-bumm, Wir haben Mägdelein mit feurig-wildem Wesien... Wir
sind zwar keine Menschenfresser, doch wir küssen umso besser... Mein
Lieber Freund, Die alten Zeiten sind vorbei, ob man da lacht, ob man da
weint, Die Welt geht weiter, eins, zwei, drei..."
Ziemlich selbstbewusst - jedoch, wer genau hinhört, entdeckt schnell,
was Berbuer (der 1977 gestorben ist) wirklich will. Die Verballhornung
des im Dritten Reich zur Religion erhobenen "Deutschen Wesens"
zum "Wesien", das ist alles andere als Nazi-Ideologie.
Mit
Berbuers Menschenfressern, die umso besser küssen, hat sich sogar die
Wissenschaft beschäftigt. In einer Untersuchung "Zur
psychologischen Funktion des Karnevalsschlagers" steht darüber
geschrieben: "Der in Selbstironie verpackte Wunsch, die nationale
Isolation zu überwinden".
Und auch das Ausland versteht bald und lernt den Song lieben: Vor einem
Fußballspiel in einem englischen Kriegsgefangenenlager zwischen
Einheimischen und deutschen Gefangenen stimmt die Kapelle zunächst die
englische Hymne "God save the King" an, dann das "Trizonesien"-Lied
- und alle salutieren.
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien
Mein lieber Freund, mein lieber Freund.
Die alten Zeiten sind vorbei.
Ob man da lacht, ob man da weint, die Welt geht weiter, eins, zwei,
drei.
Ein kleines Häufchen Diplomaten
macht heut’ die große Politik.
Sie schaffen Zonen, ändern Staaten,
Und was ist hier mit uns im Augenblick?
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,
Heidi tschmimmela tschimmela tschimmela tschimmela bumm.
Wir haben Mägdelein mit feurig-wilden Wesien.
Heidi tschmimmela tschimmela tschimmela tschimmela bumm.
Wir sind zwar keine Menschenfresser,
doch wir küssen um so besser.
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,
Heidi tschmimmela tschimmela tschimmela tschimmela bumm.
Kolumbus fand Amerika, ein neuer Erdteil ward entdeckt.
Was Marco Polo alles sah, wurd' dann von der Kultur beleckt.
Swen Hedin war am Himalaja, er schritt durch heißen Wüstensand.
Am Nordpol stand Amundsen’s Heija,
Doch uns hat keiner, je zuvor gekannt.
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien...
Doch fremder Mann, damit du’s weißt,
Ein Trizonesier hat Humor.
Er hat Kultur, er hat auch Geist,
Darin macht keiner ihm was vor.
Selbst Goethe stammt aus Trizonesien,
Beethovens Wiege ist bekannt.
Nein, so was gibt’s nicht in Chinesien,
Darum sind wir auch stolz auf unser Land.
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien... |