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Verpflegung
Noch
in der Nacht des Großangriffs erfolgten die Vorbereitungen zur
Inbetriebnahme der Großküche im Seehaus und am Samstag, den
24.Februar, wurde sie dann erstmals eingesetzt. Die anfallenden Arbeiten
übten dienstverpflichtete Frauen aus. Für die evakuierten Pforzheimer
wurden Kochstellen in Würm, Eutingen und durch Einsatz eines Hilfszuges
auch in Dietlingen, später noch eine in Dillweißenstein hinter der
Papierfabrik und außerdem Behelfsküchen u. a. in Büchenbronn und
Huchenfeld eingerichtet. Es wurden ausgegeben — anfänglich kostenlos
—: Frühstück, zu Mittag Eintopfessen und kaltes Abendbrot. Auf
Lastkraftwagen wurden die Essenkanister zu den zahlreichen, etwa 10 bis
15 Ausgabestellen in den verschiedenen Stadtteilen gefahren. Auf diese
Weise wurden in der Stadt und in den Landorten in den ersten Tagen nach
dem Großangriff täglich etwa 30 000 Menschen versorgt.
Wenn
etwas in Ordnung ging bei den katastrophalen Zuständen, dann war es die
Verpflegung der vielen Ausgebombten. Zwar waren die bei den Großhändlern
gelagerten Lebensmittel gleichfalls vernichtet worden, durch die
vorsorglichen Auslagerungen des Städt. Ernährungsamtes waren aber fürs
erste ausreichende Lebensmittelbestände verfügbar.
In
der erhalten gebliebenen Buckenbergkaserne wurde sofort eine
Verpflegungs- und Aufnahmestation für alte und kranke Leute
eingerichtet.
Die
Nachbarhilfe war zum Teil vorbildlich, insbesondere was die
Anlieferungen aus Bad Liebenzell und Calw anbetraf.
Bis
die in den Vororten gelegenen Bäckereien die örtliche Brotversorgung
übernehmen konnten, wurde die Stadt von Karlsruhe aus mit Brot
beliefert.
Um
die Lager der Großhändler aufzufüllen, erfolgten durch das Landesernährungsamt
sofort Lebensmittelzufuhren. Das Landeswirtschaftsamt wies erhebliche
Mengen von Rauchwaren und Trinkbranntwein zu. Nach dem Großangriff
fanden sich zwei Hilfszüge ein. Ein Hilfszug für Ernährung, der zwar
eine Kücheneinrichtung mitgebracht hatte, aber keinerlei Lebensmittel
und erst mit Arbeitskräften und Lebensmitteln durch das Städt. Ernährungsamt
ausgestattet werden musste. Er wurde in der Dreschhalle in Dietlingen
stationiert zur Verpflegung der dortigen Pforzheimer Evakuierten.
Bedarfsgüter
Der
zweite war ein Hilfszug für Bekleidung und Haushaltgeräte, der in
Eutingen abgestellt worden war. Eine weitere Ausgabestelle wurde im
Freibad Dillweißenstein eingerichtet.
Geldverkehr
Die
Stadtkasse war praktisch noch die einzige Geldstelle für die Bevölkerung.
Über verschiedene schnell eingerichtete Zahlstellen wurden jedem
Ausgebombten als erste Entschädigung 100 RM ausgezahlt. Die hierzu von
der Stadtkasse benötigten Gelder — sie erreichten schließlich die Höhe
von 15 Mill. RM — wurden durch die Reichsbankstelle beigebracht.
Leichenbergung
Zu
den Aufgaben, die nach dem Angriff der Stadtverwaltung oblagen, gehörte
die Leichenbergung und -bestattung im großen. Neben Arbeiterkolonnen
unter Zuziehung von Fremdarbeitern wurden hierfür vor allem das hiesige
Landesschützenbataillon und ein vom Generalkommando entsandter
Pioniertrupp eingesetzt. Auf Handkarren, Viehwagen oder den wenigen
greifbaren Lastkraftwagen wurden die Toten zum Friedhof auf der Schanz
gefahren. Dort hob ein von Heilbronn beigezogener Bagger Massengräber
aus, in die Tausende in Reihen übereinander hineingelegt wurden.
Bestattungen in schon früher erworbenen Familiengräbern waren erlaubt,
doch mussten die Angehörigen diese Gräber meist selbst ausheben; oft
brauchten aber auch nur noch in einem armseligen Pappkarton ein paar
zusammengescharrte Knochenreste beigesetzt zu werden. Von den beiden großen
Religionsgemeinschaften waren ständig Geistliche zugegen, um die
laufend angefahrenen Leichen einzusegnen. Wochenlang gingen diese
traurigen und, um auch die Gefahr von Seuchen und Krankheiten zu bannen,
doch so notwendigen Arbeiten. Bis der Bagger eingesetzt werden konnte
und das erste Massengrab ausgehoben war, vergingen noch Tage. Solange
lagen die inzwischen angefahrenen Leichen im Wirtschaftshof des
Friedhofes. Sie wurden, soweit möglich, identifiziert, außerdem wurde
die Todesursache festgestellt. Die im einzelnen registrierten, den Toten
abgenommenen und durch die Bergungskommandos in den Luftschutzräumen
vorgefundenen Papiere und Wertsachen wurden zum Zwecke ihrer späteren
Aushändigung an die Hinterbliebenen in drei Leichenzellen
sichergestellt.
Verlust
an Menschen
Im
Kaffee Epple legte die Kriminalpolizei eine Vermisstenkartei an. Das
Standesamt stellte im Oktober 1945 fest, dass bis dahin 7200
Fliegeropfer bestattet worden waren, wovon 2432 Personen namentlich
nicht festgestellt werden konnten. Eine zuverlässige Schätzung der
noch unter den Trümmern liegenden Toten wurde als unmöglich
bezeichnet. Die Mehrzahl der Todesfälle vom Großangriff war z.Zt.
standesamtlich noch nicht beurkundet. Eine im Jahre 1948 vom
Statistischen Amt vorgenommene sorgfältige Schätzung der durch
Fliegerangriffe verursachten Verluste an Menschen kommt auf die Zahl 17
600, worin die im Verhältnis zum 23. Februar geringen Verluste der übrigen
Angriffe enthalten sind.
Bei
der noch Jahre währenden Trümmerbeseitigung werden immer wieder
Leichenfunde gemeldet. Die genaue Zahl der Toten vom Großangriff wird
sich nie ermitteln lassen. Überall in der zerstörten Innenstadt wurden
auf den Häusertrümmern im Gedenken an die darunter liegenden
Erschlagenen und Verbrannten Holzkreuze errichtet, die an besonderen
Festtagen liebevoll mit Blumen und Tannenzweigen geschmückt werden.
Ihre Zahl wird aber zusehends kleiner, da durch die fortschreitende
Enttrümmerung die Bergung und Bestattung der Leichenreste ermöglicht
wird.
Ursachen
der hohen Verluste
Die
Zahl der Toten in Beziehung gebracht zur Einwohnerzahl bei Kriegsbeginn
(ca. 80 000) ergibt einen Verlust von 22 v. H. Diese Verhältniszahl
muss als außerordentlich hoch bezeichnet werden und dürfte wohl kaum
von einer anderen deutschen Stadt als Folge des Luftkrieges erreicht
worden sein. Es ist insbesondere bemerkenswert, dass sie praktisch das
Ergebnis eines einzigen Fliegerangriffs darstellt.
Es
war naheliegend, dass nach der Katastrophe den für den Luftschutz der
Zivilbevölkerung verantwortlichen Stellen Vorwürfe wegen
vermeintlicher Unterlassungen gemacht wurden. Wie lagen nun aber die
Dinge in Wirklichkeit?
Die
für den Luftschutz der Zivilbevölkerung erforderlichen Maßnahmen
fanden vor Kriegsbeginn und auch in den ersten Kriegsjahren zunächst
wenig Interesse. Die Stadt Pforzheim war nach allgemeiner Ansicht
offenbar weniger kriegswichtig und damit auch weniger gefährdet. Die
Bevölkerung hat sich mit dem Gedanken, aus der Luft angegriffen zu
werden, nur sehr wenig und widerwillig befasst. Dennoch wurden schon frühzeitig
durch den Reichsluftschutzbund mit seinen ehrenamtlichen Kräften
Abwehrmaßnahmen, insbesondere gegen Brandgefahr, vorbereitet. Dazu gehörten
die Bereitstellung von Löschmitteln (Sand und Wasser) auf den Dachböden
und deren Entrümpelung. Später kam der Ausbau von Luftschutzräumen
mit Notausstiegen in den Wohnhäusern hinzu. Das Gleiche wurde sinngemäß
in den Betrieben des „Erweiterten Selbstschutzes" angestrebt, während
die Großbetriebe — in Pforzheim etwa 50 — zum sogenannten
Werkluftschutz zählten.
Für
den Luftschutz der Zivilbevölkerung hatte entscheidende Bedeutung die
Tatsache, dass die Stadt Pforzheim Luftschutzort II. Ordnung war.
Während
in Luftschutzorten I. Ordnung —; das waren die großen und
wehrwichtigen Orte wie beispielsweise Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim
— mit Geldern und Baustoffkontingenten des Reichsluftfahrtministeriums
Wesentliches für den Schutz der Bevölkerung getan werden konnte,
sollten die Luftschutzorte II. Ordnung, wozu Pforzheim zählte, mit überwiegend
eigenen Mitteln dieselben Sicherungsmaßnahmen anstreben.
Im
Verlauf des Krieges kam den baulichen Maßnahmen eine immer größere
Bedeutung zu. Da schon vor und erst recht mit Kriegsbeginn Baufachkräfte
und ganze Baufirmen für Wehrzwecke dienstverpflichtet und die
wichtigsten Baustoffe, insbesondere Eisen und Zement, streng
kontingentiert und daher im Handel nicht mehr frei zu erhalten waren,
musste der Mangel an Arbeitskräften und Materialien den örtlichen Bemühungen
engste Grenzen setzen.
Schon
in den Jahren 1940/41 hatte die Stadtverwaltung Pläne über
Stollenbauten bei der Schwarzwaldschule und beim Turnplatz und Bahnhof
ausgearbeitet und diese zusammen mit den Angeboten der Baufirmen den
zuständigen Stellen zur Genehmigung vorgelegt. Die Genehmigung wurde
aber versagt, weil die Bauvorhaben angeblich zu teuer waren und außerdem
der Stadt Pforzheim als Luftschutzort II. Ordnung weder Geldmittel noch
Baumaterialien, Transportmittel und Arbeitskräfte zur Verfügung
gestellt werden könnten.
Durch
die fortgesetzten, an das zuständige Luftgaukommando VII in München
gerichteten Dringlichkeitsersuchen der örtlichen Stellen auf
Intensivierung der Luft-Schutzmaßnahmen konnten in größeren Anwesen
wenigstens weitere öffentliche Luftschutzräume mit Reichsgeldern
ausgebaut werden.
In
den höher gelegenen Stadtteilen wurden 16 Löschteiche mit einem
Gesamtfassungsraum von ca. 8000 cbm angelegt.
Erst
gegen Ende des Krieges, als die Gefahr immer besser erkannt worden war
und Pforzheim schon die ersten Angriffe erlebt hatte, förderte das
Luftgaukommando auch den Ausbau von Stollen.
Den
unablässigen Bemühungen von Stadtverwaltung und Polizeidirektion als
örtlicher Luftschutzleitung bei den maßgebenden Stellen, insbesondere
beim Luftgaukommando und beim Baubevollmächtigten in Straßburg wegen
Freigabe von Baustoffkontingenten war es zu danken, dass trotz aller
Schwierigkeiten im letzten Kriegsjahr in Pforzheim 64 öffentliche
Luftschutzräume vorhanden waren mit einem Gesamtfassungsvermögen von
rund 6600 Personen und im Einzelfall mit einem solchen von 40 bis zu 250
Personen. Luftschutzstollen waren es 20, an denen zum Teil allerdings
noch gebaut wurde. Davon waren vier aus Reichsmitteln erstellt worden
(Gustav-Rau-Stollen, Calwer Straße beim Kupferhammer, Kling - St. -
Georgen-Straße und am Davosweg zwischen Kallhardtbrücke und
Kallhardtsteg, während 16 Stollen im Privatbesitz waren, davon als größere
in der Östl. Karl-Friedrich-Straße gegenüber der Fa. Schaub G.m.b.H.,
an der Bleich- und Lisainestraße und bei der Papierfabrik in Dillweißenstein.
Aus benachbarten Standorten waren tageweise Pioniere mit ihren Geräten
beim Stollenbau eingesetzt worden. Für die in zivilen
Arbeitsgemeinschaften erbauten kleineren Stollen hatte die
Stadtverwaltung Holz — von städtischem Personal geschlagen, ohne dass
hierzu die Einwilligung der Forstbehörden vorlag — und Arbeitsgeräte
gestellt. Weiterhin wurden Deckungsgräben, die Splitterschutz bieten
sollten, ausgehoben. Für durchgreifende Verbesserungen in den Wohnhäusern
fehlte neben Baumaterialien und Fachkräften nun vor allem aber auch die
Zeit. Der Angriff vom 23. Februar erfolgte unter Bedingungen, die für
die Alliierten sehr günstig waren. Kein Flakgeschütz, keine wirksame
Abwehr durch Nachtjäger, nahezu zeitliches Zusammenfallen von Alarm und
Beginn des Angriffs wegen der nahe an Pforzheim herangerückten Front,
ausgezeichnete Bestimmung des Abwurfraumes durch Leuchtzeichen, geringe
Flughöhe der Bombenträger wegen Fehlens von Abwehr, zweckentsprechende
Reihenfolge und Mischung der Bombenarten, beginnend mit Zugluft
schaffenden Sprengbomben, das waren die wesentlichen Merkmale jenes
Angriffs von rund 20 Minuten, die in Verbindung mit der Bauweise in der
Innenstadt und dem verspäteten Verlassen der Luftschutzräume die
vernichtende Wirkung zur Folge hatten.
Stromversorgung
Durch
den Angriff vom 23. Februar waren zerstört worden das
Hauptverwaltungsgebäude des Städt. Elektrizitätswerks an der Enzstraße,
die Wasserkraftanlage Rennfeld, die Elektroschau und die im zerstörten
Stadtkern gelegenen Verteilungsanlagen, insbesondere die des sogenannten
Gleichstromgebiets in der Stadtmitte. Dadurch wurde die Stromversorgung
der Innenstadt und zunächst auch der Nordstadt restlos lahmgelegt. Die
schadhaften Teile wurden abgetrennt und es wurde begonnen, die
Hochspannungsleitungen instandzusetzen, um die Nordstadt wieder
beliefern und insbesondere aber auch die verschiedenen Nebenpumpwerke für
die Wasserversorgung wieder in Betrieb nehmen zu können. Da für das
Rodgebiet mit äußerer Bleich- und Calwer Straße aus anderweitig
ausgebauten Teilen zunächst eine behelfsmäßige Umformer- und
Gleichrichteranlage erstellt werden musste, konnte dieser Stadtteil erst
als letzter angeschlossen werden.
Die
Stromversorgung der Stadtteile Brötzingen und Dillweißenstein war
nicht unterbrochen worden.
Gasversorgung
Beim
Stadt. Gaswerk wurden durch Brandbomben die Dächer des Verwaltungsgebäudes
und verschiedener Betriebsgebäude wie Apparatehaus, Reinigeranlage,
Uhrenhaus, Bad und Kantine zerstört. Teilweise wurden auch die darin
befindlichen Apparate und Leitungen beschädigt. Während
Gaserzeugungsanlagen (Vertikalkammer- und Schrägretortenöfen),
Koksaufbereitungsanlagen, Werkstätten, Kessel und Maschinenhaus keine
Schäden aufwiesen, hatten die drei Gasbehälter mit 40000, 10000 und
4400 cbm Inhalt schwer gelitten. Außerdem war der Gasausgleichsbehälter
mit Regleranlage an der Kaiser-Friedrich-Straße vollständig zerstört
worden.
Die
Fortleitungsanlagen für die im Westen der Stadt gelegenen unversehrten
Stadtteile sind durch die Vernichtung der Stadtmitte mitzerstört
worden.
Durch
diese und durch die als Folge der Brückensprengungen später noch
hinzutretenden Schäden konnte die Gasversorgung erst Mitte April des
folgenden Jahres in beschränktem Umfange wieder aufgenommen werden.
Wasserversorgung
Die
Betriebsanlagen des Stadt. Wasserwerks wiesen keine nennenswerten Schäden
auf.
Die
Wasserversorgung konnte nach Abschieberung der Leitungen in den zerstörten
Stadtteilen schon am folgenden Tage, den 24. Februar, wieder aufgenommen
werden. Durch die vernichtete Innenstadt wurde das Versorgungsgebiet in
einen westlichen und in einen östlichen Abschnitt zerlegt, die getrennt
versorgt werden mussten.
Brötzingen
und Dillweißenstein erhielten Trinkwasser aus den Grösseltalquellen,
der Oststadtteil und die Hochzonengebiete aus dem Pumpwerk
Friedrichsberg. In der nur sporadisch zerstörten Nordstadt wurde durch
Abschieberung der Leitungen für einige Zeit zusätzlich der Einsatz von
Wasserwagen notwendig.
Straßenbahn
Die
Straßenbahn der Stadt Pforzheim wurde besonders stark in
Mitleidenschaft gezogen. Die Oberleitungen, die durch den Angriff selbst
starke Zerstörungen aufwiesen, haben dadurch noch besonders gelitten,
dass erhalten gebliebene Leitungen durch nachfolgende Einstürze und
Sprengungen herabgerissen wurden.
Von
den vor dem Angriff befahrenen drei Linien mit zusammen 12,8 km
Fahrstrecke wurden 10,2 km Oberleitungslänge und ein großer Teil der
Gleisanlagen zerstört. Lediglich die Waldstrecke vom Kupferhammer bis
Dillweißenstein war leicht beschädigt.
Wenn
auch die Wagenhalle erhalten blieb, so hatten doch vom Wagenpark der
Straßenbahn 54 Motor- und Anhängewagen mehr oder weniger stark
gelitten.
Kleinbahn
Die
ebenfalls von der Stadt Pforzheim betriebene Kleinbahn Pforzheim—Ittersbach
wies keine besonderen Schäden auf.
Öffentliche
Gebäude
Sämtliche
in der Innenstadt gelegenen öffentlichen Gebäude — was für die
meisten zutraf — waren vernichtet, so der Bahnhof, das Hauptpostamt
und von den staatseigenen Gebäuden Gesundheitsamt, Polizeidirektion,
Landratsamt, Zollamt, Forstamt, Arbeitsamt (überwiegend), Bad.
Vermessungsamt, Amtsgericht, Gerichtsvollzieherei, Reichsbankstelle,
Finanzamt (überwiegend), Staatsanwaltschaft, Notariate, Bad. Straßenbauamt
u. a. m. Im Stadtzentrum blieben nur erhalten das Gerichtsgefängnis und
der Milchhof.
Unter
dem zerstörten stadteigenen bebauten Grundbesitz befand sich auch das
neuzeitlich eingerichtete Rathaus am Marktplatz, das in den Jahren
1893—95 erbaut und von 1910—11 erweitert worden war.
Von
den Schulen waren ganz vernichtet: Schwarzwaldschule, Calwerschule,
Goldschmiedeschule und die beiden Gewerbeschulen. Sehr beschädigt und
fast völlig ausgebrannt waren: Nordstadtschule, Brötzingerschule,
Osterfeldschule, Klingschule, Holzgartenschule, Oberrealschule,
Hildaschule, Handelsschule und Gymnasium. Die Schule in Dillweißenstein,
das einzige völlig erhalten gebliebene Schulgebäude, wurde nach der
Besetzung von der Militärregierung beschlagnahmt.
Von
den drei hier vorhandenen Krankenhäusern war nur das Krankenhaus St.
Trudpert unversehrt geblieben.
Das
Städt. Krankenhaus wies sehr schwere Schäden auf, die teilweise
allerdings schon durch den Fliegerangriff vom 21. Januar 1945 entstanden
waren. Von 24 Gebäuden waren nunmehr 17 vollständig zerstört, die übrigen
mehr oder weniger stark beschädigt.
Auch
das Krankenhaus Siloah war größtenteils vernichtet worden. Die
Insassen des Altersheims mussten nach Monbach verlegt werden, da das Gebäude
für die Innere Abteilung des Stadt. Krankenhauses benötigt wurde.
Vor
dem 23. Februar 1945 bestand die Evang. Gesamtkirchengemeinde Pforzheim
(damals noch Evang. Kirchengemeinde Pforzheim, Evang. Kirchengemeinde
Pforzheim-Brötzingen und Evang. Kirchengemeinde Dillweißenstein) aus
14 Pfarreien. Durch den Großangriff waren im Zentrum der Stadt zunächst
5 Pfarreien vollkommen erloschen. Es waren dies die Altstadtpfarrei,
Mittelpfarrei, Sedanpfarrei, Westpfarrei und Südpfarrei. Zerstört
wurden Stadtkirche, Schloßkirche und Altstadtkirche sowie nahezu alle
Gemeindehäuser, Gemeindesäle und Pfarrhäuser.
Die
Dillweißensteiner Kirche war zuvor schon am 25. Dezember 1944 bei einem
Jagdbomberangriff getroffen worden.
Die
Christuskirche in Brötzingen war abgedeckt. Die Gottesdienste mussten
in Kinderschulen, Konfirmandensaal, Pfarrhäusern usw. abgehalten
werden. Auch fanden Gottesdienste in der Hauskapelle des Krankenhauses
St. Trudpert sowie einige Sondergottesdienste und die Konfirmationen in
der St. Antoniuskirche statt. Von den Kirchen der Kath.
Gesamtkirchengememde Pforzheim waren die Barfüßerkirche völlig, die
St. Franziskuskirche und die Herz-Jesu-Kirche teilweise zerstört
worden.
Erhalten
blieben die St. Antoniuskirche im Stadtteil Brötzingen und die
Liebfrauenkirche im Stadtteil Dill-Weißenstein.
Vernichtet
wurden die Pfarrhäuser der Pfarreien St. Franziskus und Herz-Jesu.
Die
betroffenen Pfarreien hielten ihre Gottesdienste in der Hauskapelle des
Krankenhauses St. Trudpert und in der Krypta der Herz-Jesu-Kirche ab.
Ferner
wurden zerstört die alt-katholische Kirche am Waisenhausplatz und —
soweit im Stadtzentrum gelegen — die Kapellen und die Säle der übrigen
Religionsgemeinschaften. Die Gottesdienste mussten meist in Wohnungen
abgehalten werden.
Brücken
Die
Goethebrücke wurde getroffen und stürzte ein. Von den über den
Metzelgraben führenden Kanalbrücken wurden die Jahnstraßenbrücke
zerstört und die Wörth- und Enzstraßenbrücke beschädigt.
Bahnüber-
und -Unterführungen
Weiterhin
zerstört wurde die zuvor schon mehrmals getroffene Nordstadtüberführung,
während die Bahnunterführung Ispringer Straße beschädigt wurde.
Wasserbau,
Kanalnetz
Der
Mühlkanal und insbesondere der Metzelgraben wiesen ebenfalls schwere
Beschädigungen auf. Auch das Nonnenmühlwehr hatte Schaden genommen.
Zahlreiche Bombendurchschläge hatten das unterirdisch verlaufende
Abwasserkanalnetz stark in Mitleidenschaft gezogen.
Gebäudeschäden
Über
die Gebäudeschäden liegt vom Statistischen Amt einiges Zahlenmaterial
vor, das allerdings wiederum sämtliche auf die Stadt Pforzheim
erfolgten Fliegerangriffe berücksichtigt. Inwieweit solche Zahlen für
den Groß angriff vom 23. Februar allein von Bedeutung sind, wurde schon
an früherer Stelle erwähnt.
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Zahl
der Wohnungen vor Zerstörung
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24175
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Zahl
der zerstörten Wohnungen am 8. 5.1945
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16058
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66,4v.H.
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Zahl der Wohnräume einschl. Küchen vor Zerstörung
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104400
|
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Zahl der zerstörten Wohnräume einschl. Küchen am8.
5. 1945
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71589
|
68,6v.H.
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Trümmermasse
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2300000cbm
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Kopfquote an Trümmermasse nach der Bevölkerung bei
Kriegsbeginn
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28,75cbm
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Kopfquote an Trümmermasse nach der Bevölkerung vom
31. 12. 1945
|
54,5cbm
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Stadtverwaltung
Der Großangriff vom 23. Februar hatte in den Personalkörper der
Stadtverwaltung gleichfalls schwere Lücken gerissen. Außerdem wurde am
4. März Bürgermeister Karl Mohrenstein während eines
Wehrmachtsurlaubs hier das Opfer eines weiteren Fliegerangriffs. Hinzu
kam am 12. März der Tod des Stadtbaudirektors Ludwig Seibel, der als
zweiter hauptamtlicher Beigeordneter die längste Zeit des Krieges über
die Geschäfte des Oberbürgermeisters geführt hatte.
Im Rathaus wurde die gesamte Verwaltungseinrichtung durch Flammen
zerstört. Wie durch ein Wunder konntem wenigstens die im unteren
Tresorraum und in den Kellern des Rathausneubauteils untergebrachten
Materialien der Stadtkasse und. Stadtkämmerei gerettet werden, wodurch
der Grundstock zum Wiederaufbau der zerschlagenen Gesamtverwaltung
vorhanden war. Auch die vorsorglich nach den Rathäusern Brötzingen und
Dillweißenstein verbrachten beiden Buchungsmaschinen der Stadtkasse
standen noch zur Verfügung.
Die einzelnen Teile der Verwaltung mussten gezwungenermaßen in den
Vororten Brötzingen und Dillweißenstein an verschiedenen Stellen
untergebracht werden. So befanden sich:
Hauptverwaltung und Personalabteilung: im Rathaus Brötzingen
Ernährungs- und Wirtschaftsamt: im Schulhaus Dillweißenstein mit
Nebenstelle im Lindensaal Brötzingen
Fahrbereitschaftsleiter: Karolingerstraße 30
Familienunterhalt: Westl. Karl-Friedrich-Str. 215 (Wagenhalle)
Feststellungsbehörde: Dillweißenstein, Rabeneck
Feuerwehr: Grashoffallee 7
Friedhof Verwaltung: Friedhof Schanz
Gemeindegericht: Frankstraße 79
Invaliden- und Angestelltenversicherung: Blauenstraße 2
Jugendamt: Frankstraße 79
Krankenhaus: Altersheim
Ortsgericht: Rathaus Brötzingen
Stadtbauamt: Fuhrpark (Hohwiesenweg)
Stadtkämmerei: Rathaus Brötzingen (Hinterhaus)
Stadtkasse: Rathaus Dillweißenstein
Standesamt: Rathaus Brötzingen
Statistische Abteilung: Rathaus Brötzingen
Üntersuchungsamt: Westl. Karl-Friedrich-Str. 257 (Gasthaus z. Linde)
Vermessungsamt :Lameystraße 76
Waldmeisterbüro: Bunsenstraße 16
Wohlfahrtsamt: Frankstraße 79
Wohnungsstelle: Westl. Karl-Friedrich-Str. 293 (Wirtschaft z. Kranz)
Nach. dem am Ostermontag, den 2. April, auf den Stadtteil Brötzingen
erfolgten Fliegerangriff bezog die Hauptverwaltung vorübergehend das
Anwesen Friedenstraße 102 und dann; auf Verlangen des Kreisleiters, der
sich in dem bei der Papierfabrik ausgebauten Luftschutzkellers tollen
einquartiert hatte, das Rathaus in Dillweißenstein. Wegen dauernder
Fliegergefahr hielt man sich aber meist im gegenüber liegenden
Luftschutzstollen oder in den Räumlichkeiten des Warmbades auf.
Wie war es nun den Standesbüchern ergangen? Ursprünglich befand
sich das Standesamt im 3. Stockwerk des Rathauses, wurde aber dann im
Hinblick auf die zunehmende Fliegergefahr im Jahre 1944 im l. Stockwerk
untergebracht.
Während die Erstschriften der doppelt geführten Standesbücher beim
Standesamt verblieben und dort verbrannten^. lagen die Zweitschriften
der Jahre 1938 (l. Halbjahr) und älter beim hiesigen Amtsgericht, das
sie für die Dauer des. Krieges nach Eppingen verlagert hatte. Die mit
dem l. Juli 1938 beginnenden Zweitschriften jüngeren Datums waren bis
auf die nahezu fertigen Einträge des 23. Februar 1945 beim Großangriff
im Keller des Bohnenberger Schlößchens untergebracht und konnten
gerettet werden.
Die Standesbücher blieben somit bis auf die wenigen Einträge, die
am 23. Februar in Bearbeitung waren, später aber nachgeholt wurden, in
Form der Zweitschriften erhalten. Dagegen wurden außer den
Erstschriften die im Erdgeschoß des Rathauses untergebrachten Beilagen
ebenfalls restlos vernichtet.
Am 26. Februar wurde das Standesamt im Rathaus Brötzingen
eingerichtet. Die verlagerten Vordrucke wurden sofort zurückgeholt und
als erstes die Sterberegistereinträge gefertigt und - soweit gefordert
- Sterbeurkunden ausgegeben. Die Standesämter Pforzheim und Brötzingen
waren nun zwar beide im Rathaus Brötzingen untergebracht, blieben aber
vorerst noch getrennt geführt. Nach dem am 2. April erfolgten
Fliegerangriff auf den Stadtteil Brötzingen zog das Standesamt um in
die Nordstadt, Hohenzollernstraße 69; gleichzeitig wurde nunmehr das
Standesamt Brötzingen mit dem Standesamt Pforzheim vereinigt. Weit
schlimmer w^rde das städt. Archiv betroffen. Alle in der Hilda-Schule
nach Ansicht der maßgebenden Fachleute genügend sicher untergebrachten
Werte verbrannten. Dies waren neben den wichtigsten Archivalien mit
Reuchlinbibliothek, der größte Teil der Registratur, die Schätze des
Reuchlinmuseums und die Bilder der Gemäldesammlung.
Neben einigen Dutzend Zeitungsbänden neueren Datums und Büchern,
die im Kellerraum des Vorderbaues vom Bohnenberger Anwesen zusammen mit
in Kisten verpackten Büchern der Stadtbücherei verwahrt waren, blieben
die im Enzkraftwerk untergebrachten ungefähr 8000 Bände der
Archivbibliothek erhalten. Für die heimatkundliche Arbeit unersetzliche
Werte waren. damit bei der Vernichtung der Stadt verlorengegangen.
Wirtschaft
Den vielen Ausgebombten, die versuchten, aus den Trümmern ihrer
Häuser noch etwas Hausrat zu bergen, tat es auch die Industrie gleich.
Mit den sich einfindenden Arbeitskräften wurde mit dem Aufräumen der
Fabriken begonnen. Die in den Randgebieten gelegenen und dadurch
verschonten Unternehmen nahmen ihre Produktion im Rahmen des Möglichen
wieder auf. „Zur Behebung des Wirtschaftsnotstandes im Bezirk
Pforzheim" bestellte der Badische Finanz- und Wirtschafts-minister
einen Sonderbeauftragten, dem die verantwortliche Leitung für die
Wiederingangsetzung des Wirtschaftslebens oblag. Diesem wurden alle
Dienststellen der Wirtschaftsorganisation in Pforzheim unterstellt. Die
Banken eröffneten Zahlstellen in den erhaltenen Stadtteilen, sodie
Reichsbank in der Ersinger Straße 7,
die Deutsche Bank in der Kelterstraße 62 (Wirtschaft z.
Maihäldenhof),
die Volksbank in der Westl. Karl-Friedrich-Straße 273,
die Stadt. Sparkasse außer ihren bisherigen Zweigstellen Niefern und
Arlinger
Behelfszahlstellen in der Wirtschaft z. Hoheneck und im Kaffee Davos
17
staatliche Behörden
die Diensträume der Polizeidirektion befanden sich in der
Frankstraße 79
Amtsgericht und Staatsanwaltschaft nahmen einen behelfsmäßigen
Dienstbetrieb im Gerichtsgefängnis auf.
Notariat und Nachlassgericht
richteten sich in der Nebeniusstraße 1 ein
Bahn
Der erste Personenzug nach der Zerstörung der Stadt konnte nur bis
an die Pforzheimer Güterhallen fahren.
Post
Die Diensträume des Postamts befanden sich im Kraftwagenhof,
Zeppelinstraße 16.
Während das Zweigpostamt Brötzingen seinen Betrieb in benachbarten
Räumen wieder aufnahm, waren beim Zweigpostamt Dillweißenstein und den
Poststellen Buckenberg, Ispringer Pfad und Hagenschieß keine
Änderungen notwendig geworden. Außerdem befanden sich fahrbare
Postämter
auf dem Meßplatz (Oststadt),
bei der Wirtschaft z. Zähringer Löwen (Nordstadt) und
beim Kupferhammer (Südstadt). Da eine Briefzustellung in der Innen-
und Südstadt zunächst nicht durchführbar war, mußten die ankommenden
Postsendungen bei den fahrbaren Postämtern abgeholt werden. Ort und
Zeit wurden durch Lautsprecher bekanntgegeben.
Allgemeine Ereignisse
Die Freilegung unpassierbar gewordener Straßen und die Beseitigung
der zahlreichen Blindgänger machten noch wochenlang den Einsatz
auswärtiger Hilfskräfte, insbesondere der Wehrmacht, erforderlich.
Fast täglich erfolgten nun Angriffe von Jagdbombern. So warfen am
Vormittag des 4. März Jagdbomber auf Menschenansammlungen beim
Kupferhammer und auf der äußeren Bleichstraße Bomben. Während beim
Kupferhammer Milch- und Essenausgabe der Dillweißensteiner Kochstelle
war, wurde diesseits der Kallhardtbrücke erstmals seit dem 23. Februar
wieder Post verteilt. Mehr als 100 Tote waren zu beklagen. Außer
Gebäuden wurde noch der Kallhardtsteg zerstört.
Die Bahnanlagen waren am 14. März erneut Ziel eines Fliegerangriffs
mit Bomben und Bordwaffen. Im inzwischen wieder erscheinenden, in
Neuenbürg gedruckten „Pforzheimer Anzeiger" wurde die
Bevölkerung zum Arbeitseinsatz aufgerufen. Weitere Jagdbomberangriffe
richteten sich am 16. März gegen die Bahnlinie nach Karlsruhe, am 17.
März gegen die Autobahn, am 18. März gegen die Bahnlinie Brötzingen—Birkenfeld,
am 19. März u. a. gegen den Güterbahnhof und am 20. März gegen die
Bahnlinie Mühlacker— Karlsruhe. Am 23. März fielen Bomben im
Eutinger Tal. Bis spätestens 20. März hatten sich die männlichen
Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1929 bei der Polizeidirektion
zur Erfassung zu melden.
Durch die am 24. März erfolgten, von den Mittagstunden bis gegen
Abend währenden laufenden Angriffe von Jagdbombern auf das Bahnviadukt
im Enztal erlitt das Enzkraftwerk erhebliche Schäden. Zerstört wurden
außer dem Kranhaus und dem Kommandoraum insbesondere die 20/5 kV
Schaltanlage, die dazu diente, den vom Baden-Werk zugeführten
hochgespannten Drehstrom mit 100 und 20kV auf die Hochspannung von 5 kV
herunter zu transformieren, um die Spannung im Verteilergebiet dann
weiter auf die Gebrauchsspannung von 380/220 Volt herabzumindern. Die
Stromversorgung der ganzen Stadt wurde dadurch lahmgelegt.
Glücklicherweise blieben die Dampfturbinenanlagen und das 100 kV
Schalthaus mit seinen sämtlichen Einrichtungen erhalten.
Infolge Ausfallens der 20/5 kV Schaltanlage war eine Fortleitung der
in der eigenen Dampfkraftanlage erzeugten Energie aber auch nicht mehr
möglich. In dreischichtiger 14tägiger Tages- und Nachtarbeit wurde aus
den erhalten geblichenen Teilen der 20/5 kV Schaltanlage im
Kellergeschoss eine behelfsmäßige Schaltanlage errichtet. Dies besagt,
dass Pforzheim vor der Besetzung nicht mehr mit Strom versorgt werden
konnte.
Am Ostermontag, den 2. April, nur noch wenige Tage vor der Besetzung,
erfolgten vom Vormittag an Jagdbomberangriffe auf den Stadtteil
Brötzingen. Einschlagstellen waren u. a. in der Westl.
Karl-Friedrich-Straße, Brunnenstraße, beim Marktplatz, in der
Büchenbronner Straße, am Wallberg und im Bahnhofgelände. Es gab
mehrere Tote. Zerstört wurden außer Wohngebäuden der Bahnhof und der
Feldstraßensteg.
Quelle: Stadtverwaltung Pforzheim
Hrsg.: Verwaltungsbericht und
Statistik der Stadt Pforzheim 1945 – 1952, S. 34 - 39
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