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Text auf der Hompage der Stadt Pforzheim zum 23. Februar
1945:
Während eines alliierten Fliegerangriffs durch über
300 Lancaster-Bomber der Royal Air Force (R.A.F.) am 23. Februar wird
der Pforzheimer Stadtkern völlig zerstört; innerhalb von 22 Minuten
finden annähernd 18.000 Menschen den Tod. Am 18. April enden die
Kriegshandlungen mit der Besetzung der Stadt durch die französische
Armee.
Man geht insgesamt von 75 bis 80% Zerstörungsgrad aus.
In der eng bebauten Innenstadt lag der Zerstörungsgrad zwischen 80 und
100 %. Hier lebte von den ehemals 4112 Bewohnern nach dem Bombenangriff
niemand mehr.
"In diesen Mahlstrom - das "Zielsystem
Mitteldeutschland" - wurde Pforzheim so ganz nebenbei
hineingezogen. Am 23.Februar erlebte es die ungeheuere Wucht der Zerstörung,
zu der das (Anm. britische) Bomber Command fähig war. Die Crews der
Bomberflotten glaubten, sie würden auch dieses Mal dazu beitragen, den
von Hitler herausgeforderten Krieg zu beenden. Sie setzten ihr Leben
aufs Spiel, und Pforzheim starb. Es starb grundlos. Es wurde zerstört,
weil es noch nicht zerstört war. Es fiel einer Unlogik zum Opfer, die
in Kriegszeiten oft mit Notwendigkeit verwechselt wird."
Erste Zählungen nach dem Krieg gingen von 17600
Todesopfern aus. Diese Zahl ist auch nach späteren Berechnungen
realistisch, man spricht heute von 17.000 bis 18.000 Opfern.
Vor dem Großangriff am 23. Februar 1945 fanden 19
vergleichsweise folgenarme Bombenabwürfe auf die Stadt statt. In den
ersten Kriegsjahren fanden Luftschutzbemühungen relativ wenig Interesse
in Pforzheim, weil man die Stadt als wenig gefährdet betrachtete.
Dennoch war mit der Bereitstellung von Löschmitteln und Entrümpelungen
begonnen worden. Erst im späteren Kriegsverlauf kamen bauliche Maßnahmen,
auch der Ausbau von Luftschutzräumen hinzu. Dennoch blieb die Stadt bis
Kriegsende Luftschutzort "2. Ordnung". Dies bedeutete, dass
die Kommune überwiegend mit eigenen Mitteln Sicherungsmaßnahmen
betreiben sollte. Luftschutzorte 1. Ordnung fanden Unterstützung durch
das Reichsluftfahrtministerium.
Die feinmechanische Industrie Pforzheims ist
nachweislich auf die Herstellung von Zündern und anderen Rüstungsgütern
umgestellt worden. Dies muss den britischen Behörden auch bekannt
gewesen sein. Dennoch war der Angriff auf Pforzheim Teilstück der
Luftkriegsstrategie, die deutsche Bevölkerung kriegsmüde zu machen.
Im Vergleich Gemessen an der Gesamtgröße war
Pforzheims Zerstörungsgrad zusammen mit Krefeld und Dresden einer der höchsten.
Die Zerstörungen waren zudem Folge eines einzigen nur 20-minütigen
Angriffs, auch dies eine Parallele zum ebenfalls erst spät
angegriffenen Dresden.
"Der 23.Februar ist Pforzheims Stunde Null. Alle
historischen Gebäude sind verschwunden. Dort, wo Johannes Reuchlin
einst schritt und Melanchthon zur Schule ging, häufen sich die Trümmer,
unter denen die Toten noch jahrelang liegen."
Zitate (kursiv) und Bild aus: Ursula Moessner-Heckner:
Pforzheim Code Yellowfin. Eine Analyse der Luftangriffe 1944-1945.
Quellen und Studien zur Geschichte der Stadt Pforzheim. Band 2. Jan
Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 (ISBN 3-7995-7402-6) |