Eine Seite gegen das Vergessen und gegen alle Kriegstreiber

Folge 1 - Minis anklicken!

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Der Krieg ist unerbittlich. Mord, ansonsten in der sog. zivilisierten Welt das schlimmste Verbrechen, wird von der Politik in der Verfolgung von Zielen, die keinem Menschen etwas nützen, legalisiert. Noch viel schlimmer, Mord wird zur Heldentat. Wer die meisten Menschen umbringt, ist ein Held, erhält Orden und wird verehrt. Keine Philosophie und auch keine Religion rechtfertigen dieses Handeln! Es ist jedoch der Menschheit Jammer, dass es immer wieder "Führer" geben wird, die Völker manipulieren, um das schlimmste aller Verbrechen zu entfesseln, einen Krieg.

Pforzheim wurde von einem schrecklichen Angriff aus der Luft heimgesucht. Dieser Angriff machte keinen Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern, Reichen und Armen, Zivilisten und Soldaten, Frauen und Männern, Nazis und Nichtnazis, Bösen und Guten...

Augenzeugen aus Stuttgart berichten: "Von der Höhe konnten wir Pforzheim brennen sehen. Der Himmel verfärbte sich rot. Es war das Rot des Blutes. Wir haben nur geahnt, dass es Pforzheim schwer getroffen hatte. Das wirkliche Ausmaß des Angriffs wurde uns erst nach Tagen durch Berichte von Augenzeugen bewusst. In diesem Moment haben wir nur gedacht, wann macht Gott diesem Wahnsinn ein Ende? Und es war schwer, in dieser Situation überhaupt noch daran zu glauben, dass es einen Gott gibt..." 

Gott riefen die Gepeinigten an und baten um einen schnellen Tod. Welche Tragödie? Christen mordeten Christen! Die Enkel der deutschen Auswanderer mordeten ihre eigenen Familien. Kein Argument rechtfertigt den Krieg! 

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Vor und nach dem Angriff

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Das Rathaus

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Der Leopoldplatz

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Der Marktplatz

Die Terrorisierung der Zivilbevölkerung wird zweifelhaft bleiben.

Der Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 – Ursachen und Folgen
Dr. Christian Groh, Stadtarchiv Pforzheim

Am 22. Juni 1916 notierte der Heidelberger Historiker Karl Hampe in sein Tagebuch: „Wir hörten von dem furchtbaren Fliegerangriff auf Karlsruhe, das wirklich sehr leiden muss.“[1] Die Tagespresse berichtete seinerzeit von 250 Toten. Fast genau dreißig Jahre später, am 14. Juni des Jahres 1946, schilderte der Schriftsteller Alfred Döblin in einem Brief die Auswirkungen des Bombenkrieges: „Der Zustand der Leute hier ist schwer zu beschreiben, leichter das Aussehen der Städte. Ich habe jetzt mehrere Fahrten, auch ins amerikanische Gebiet gemacht, und ich versichere Dich! Es ist unvorstellbar; zum Grauen. Das Tollste ist Pforzheim; vom Erdboden verschwunden, rasiert komplett kurz und klein geschlagen. Keine Menschenseele mehr vorhanden. Pforzheim kannst Du vom Atlas streichen.“[2]

Die beiden Zitate, die die Erfahrung von einem der ersten und vom letzten Luftangriff auf Städte der Region wiedergeben, verdeutlichen den „Fortschritt“, den die im Ersten Weltkrieg noch junge Waffengattung der Luftwaffe innerhalb von drei Jahrzehnten gemacht hatte. Sie zeigen aber vor allem, dass die Bombardierung von Städten keine Erfindung des Zweiten Weltkriegs war. Vielmehr wurde nach frühen Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs bereits in der Zwischenkriegszeit am Konzept des Strategischen Bombenkriegs gearbeitet. Der Luftkrieg ist gewissermaßen eine Folge der Totalisierung des Krieges im 20. Jahrhundert. Kriege wurden nicht mehr „auf dem Felde“ gewonnen oder verloren. Die moderne Industriegesellschaft, die die Voraussetzung für eine mechanisierte Kriegführung geschaffen hatte, machte eben dadurch die Industrie und mithin deren Grundlagen wie Fabriken, Städte, Verkehrsinfrastruktur und Arbeiterschaft zum Kriegsteilnehmer und somit auch zum anvisierten Opfer. Die Luftwaffe wurde im Strategischen Bombenkrieg nicht mehr nur als eine die Bodenkräfte unterstützende Waffengattung eingesetzt, sondern zielte direkt auf die industriellen und auch gesellschaftlichen Grundlagen der Krieg führenden Parteien. Durch die Vernichtung der Grundlagen für die Kriegführung und die Demoralisierung der Bevölkerung sollten Kriege abgekürzt und somit die Zahl der Kriegsopfer verringert werden. Stationen des Luftkrieges sind die spanische Kleinstadt Guernica, im Spanischen Bürgerkrieg durch die deutsche „Legion Condor“ 1937 weitgehend vernichtet, Warschau, dessen Bombardierung durch 1200 Maschinen der deutschen Luftwaffe im September 1939 die Kapitulation der polnischen Verteidiger herbeiführte, Rotterdam im Mai 1940, und schließlich ab Juli 1940 britische Städte, von denen Coventry und London besonders schwer getroffen wurden.

Das britische Bomber Command eröffnete den Strategischen Luftkrieg gegen deutsche Industriestädte im Mai 1940. Zunächst richteten sich die Angriffe gegen Industrieanlagen im Ruhrgebiet, vereinzelt wurden auch Ziele in den Großstädten Berlin, Hamburg und Bremen ins Visier genommen. Als Vergeltungsschlag für die Angriffe deutscher Verbände gegen Coventry und Southampton folgte am 16. Dezember 1940 der erste britische Flächenangriff auf eine deutsche Stadt. Bei einer dreitägigen Serie von Angriffen wurden Ziele der Mannheimer Innenstadt getroffen, 34 Menschen starben.

Fortan waren die deutschen Städte Angriffsziele. Durch die Luftangriffe sollten der deutschen Kriegsindustrie die Grundlagen entzogen werden, doch galt gleichzeitig die Unterminierung der Kriegsmoral als Motiv des Bombenkriegs, so dass auch Zerstörungen in Wohngebieten und zivile Opfer bewusst in Kauf genommen wurden. Moralische Bedenken, die in der britischen Öffentlichkeit und den Militärstäben diskutiert wurden, verloren an Gewicht, je mehr über die Kriegführung des nationalsozialistischen Deutschland und über die Verfolgung der europäischen Juden ans Tageslicht kam.

Ab Februar 1942 war es Teil der britischen Kriegsstrategie, durch vernichtende Angriffe auf Städte die Moral der Bevölkerung zu erschüttern, während nach wie vor gleichzeitig Spezialindustrien durch Luftangriffe beeinträchtigt werden sollten. Nachdem Hitler-Deutschland den Vereinigten Staaten von Amerika am 11. Dezember 1941 den Krieg erklärt hatte, teilten sich die Royal Air Force (RAF) und die US Army Air Force (USAAF) in einer vereinigten Bomberoffensive ab August 1942 die Aufgabe.

Relativ spät gerieten auch Mittelstädte auf die Zielliste. Am 1. April 1944 wurde Pforzheim erstmals von US-amerikanischen Bombern angegriffen. Dem Angriff mit vergleichsweise geringen Schäden und 95 Opfern folgten weitere, am folgenreichsten diejenigen am Heiligen Abend des Jahres 1944 und am 21. Januar 1945.

Am 23. Februar 1945 folgte der letzte und verhängnisvolle Angriff durch die Royal Air Force. Wenngleich den Alliierten bekannt war, dass von Pforzheims feinmechanischer Industrie Zünder hergestellt wurden, rückte die Stadt auf einer Prioritätenliste der Angriffsziele nicht nach oben. Der Angriff war ein Teil der strategischen Kriegführung, der sich auch gegen industrielle Ziele, aber in erster Linie gegen die Moral der Zivilbevölkerung richten sollte.

Um 19 Uhr 45 wurde das Signal „Akute Luftgefahr“ ausgelöst, ab 19 Uhr 50 flogen 368 Maschinen der Royal Air Force in 22 Minuten einen Angriff und ließen dabei Spreng- und Brandbomben sowie Brandkanister und Luftminen im Gesamtgewicht von 1575 Tonnen auf die Innenstadt nieder. Die großen Flächenbrände in der Innenstadt weiteten sich schnell zu einem gewaltigen Feuersturm, der die verheerenden Wirkungen noch verstärkte. Die Löschwasserversorgung fiel aus, so dass die Innenstadt auf einer Länge von drei Kilometern und einer Breite von eineinhalb Kilometern komplett ausbrannte und in kurzer Zeit die Brandstellen einstürzten.

Waren die Menschen, die sich nicht rechtzeitig aus der Innenstadt in die Außenbezirke oder in Keller retten konnten, ohne jegliche Überlebenschance, so starben auch viele Menschen in den unterirdischen Luftschutzräumen, da die Flammen des Feuersturms den Sauerstoff aus den Kellern raubten. Wer dem quälenden Erstickungstod in den Kellern durch Flucht auf die Straßen zu entkommen suchte, verglühte in den Flächenbränden oder im Feuersturm. Nicht wenige von denen, die sich vor dem Verbrennungstod in die Enz oder Nagold gestürzt hatten, ertranken.

Eine genaue Zählung der Angriffsopfer oder gar die Identifizierung aller Toten war nicht möglich. Es starben mehr als 17.000 Menschen und somit rund ein Fünftel der in der Stadt wohnenden Bevölkerung. Der Bombenkrieg machte keinen Unterschied: es starben Erwachsene und Kinder, Nationalsozialisten und Widerständige ebenso wie Gleichgültige, Fremdarbeiter wie deren Aufseher. In „nur“ fünf anderen Städten starben während eines einzigen Angriffs mehr als 10.000 Menschen: dieses Schicksal teilt sich Pforzheim mit Hamburg, Kassel, Darmstadt, Dresden und Swinemünde. Auf die Gesamtfläche berechnet waren 75 bis 80 Prozent der Stadt zerstört, auf den Innenstadtbereich bezogen liegt die Quote zwischen 80 und 100 Prozent. Waren im Innenstadtbereich „Marktplatz“ 1939 noch 4112 Anwohner registriert, lebte hier nach dem Februar 1945 auf Jahre hin niemand mehr. Neben sämtlichen Wohn- und Fabrikgebäuden der Innenstadt zerstörte der Angriff auch Kirchen, Schulen, Krankenhäuser, Bäder und andere Einrichtungen. Nicht gering zu schätzen ist außerdem der Verlust an Kulturgut. Gemessen an der Gesamtgröße ist der Zerstörungsgrad Pforzheims nur noch vergleichbar mit dem Dresdens und Krefelds. Das Konzept des Strategischen Bombenkriegs, entwickelt vor dem Hintergrund der zermürbenden und opferreichen Stellungskämpfe des Ersten Weltkriegs, um Kriege abzukürzen und damit Menschenleben zu schonen, hatte weniger als drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs auch Pforzheim erreicht. Wie wörtlich die Vokabel des von den Nationalsozialisten herbei geführten „totalen Krieges“ zu nehmen war, offenbarte sich in den Trümmerlandschaften der Nachkriegszeit und spiegelt sich noch heute in der Modernität des Stadtbildes wieder.

[1] Karl Hampe: Kriegstagebuch 1914-1919. Hg. von Folker Reichert und Eike Wolgast. (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts. Band 63). München 2004.
[2] Alfred Döblin: Briefe II. Düsseldorf/Zürich 2001, 217.

 

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